
Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft? Aktueller Stand 2025
Jedes Jahr im März dieselbe Ernüchterung: Nach dem langen Winter wandern die Uhren wieder eine Stunde nach vorn – und die Frage, wann die Zeitumstellung endlich abgeschafft wird, bleibt offen. Sicher ist nur: Auch 2026 wird in allen EU-Staaten weitergestellt – der Überblick zeigt, wer blockiert, welche Länder dagegenhalten und warum sich Verbraucher weiter auf den Uhrenwechsel einstellen müssen (muenchen.de (Stadtportal)).
EU-Bürgerbefragung 2018: 4,6 Millionen Teilnehmer, 84 % für Abschaffung ·
Vorschlag der EU-Kommission: September 2018 ·
Aktueller Stand im Rat: Blockiert seit 2019 ·
Nächste Umstellung: 29. März 2026
Kurzüberblick
- Die EU-Kommission legte 2018 einen Vorschlag zur Abschaffung vor (CHIP (Verbraucherredaktion)).
- 84 % der 4,6 Millionen Teilnehmer der EU-Befragung waren für ein Ende (tz.de (Verbraucherredaktion)).
- Der Rat der EU hat sich laut Europäischem Parlament seit sechs Jahren nicht auf eine gemeinsame Position geeinigt (Europäisches Parlament (Plenardebatte)).
- Ob und wann der Rat der EU zustimmen wird, ist offen (Europäisches Parlament (Hintergrundbericht)).
- Ob dauerhaft Sommerzeit oder Normalzeit gelten soll, ist zwischen den Mitgliedstaaten umstritten (BR24 (Nachrichtenredaktion)).
- Ob Deutschland seine Haltung im Rat ändert, ist nicht absehbar. (Europäisches Parlament (Hintergrundbericht))
- Nächste Umstellung: 29. März 2026 (EU-Kommission (Vertretung in Deutschland)).
- Die Kommission veröffentlichte Sommerzeit-Termine bis einschließlich 2031 (CHIP (Verbraucherredaktion)). (EU-Kommission (Vertretung in Deutschland))
- Die Reform liegt politisch auf Eis, weil der Rat keinen Standpunkt findet. (EU-Kommission (Vertretung in Deutschland))
- Die Mitgliedstaaten müssen im Rat einen gemeinsamen Standpunkt finden (Europäisches Parlament (Plenardebatte)).
- Selbst bei einer schnellen Einigung wäre eine Umsetzung frühestens in einigen Jahren möglich.
- Bis dahin gilt: Die Uhren werden weitergestellt.
Sechs Fakten, ein Muster: Der Reformprozess ist seit 2018 vollständig dokumentiert – nur die Entscheidung kommt nicht voran.
| Fakt | Stand |
|---|---|
| EU-Bürgerbefragung | 4,6 Millionen Stimmen, 84 % für Abschaffung (2018) (tz.de (Verbraucherredaktion)) |
| Vorschlag der EU-Kommission | September 2018 (CHIP (Verbraucherredaktion)) |
| Zustimmung des EU-Parlaments | März 2019 (Europäisches Parlament (Hintergrundbericht)) |
| Aktueller Stand im Rat | Keine Einigung, Blockade seit 2019 (MDR (Wissenschaftsredaktion)) |
| EU-Staaten ohne Zeitumstellung | 0 – alle 27 stellen weiter um (muenchen.de (Stadtportal)) |
| Länder ohne Umstellung weltweit | Island, Russland, Belarus, Türkei, Ägypten u. a. (Wikipedia (Zeitumstellung)) |
Wer blockiert die Abschaffung der Zeitumstellung?
Die Abschaffung scheitert nicht am fehlenden Willen in Brüssel. Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag vorgelegt und sieht den Ball nun bei den Mitgliedstaaten (EU-Kommission (Vertretung in Deutschland)): Sie müssen sich im Rat auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen – und genau daran fehlt es seit Jahren.
Die Rolle des EU-Rats der Verkehrsminister
- Der Rat der EU ist das Gremium, in dem die Regierungen der Mitgliedstaaten entscheiden. Für eine Änderung der EU-Richtlinie zur Sommerzeit braucht es eine qualifizierte Mehrheit, nicht Einstimmigkeit.
- Das Europäische Parlament hat in seiner Bilanz festgehalten: Sechs Jahre lang hat der Rat keine gemeinsame Position gefunden. Damit steht das gesamte Gesetzgebungsverfahren still.
Der Rat ist kein Ort, an dem ein einzelnes Land das Verfahren dauerhaft stoppen könnte. Aber weil die Staaten nicht einmal die Grundsatzfrage klären – Sommerzeit oder Normalzeit –, kommt keine Mehrheit zustande.
Positionen einzelner Mitgliedstaaten
- Die öffentlichen Positionen sind festgefahren: Nördliche Mitgliedstaaten tendieren zur dauerhaften Normalzeit, südliche zur dauerhaften Sommerzeit.
- Hinzu kommen nationale Interessen aus Tourismus, Landwirtschaft und Logistik, die sich nur schwer unter einen Hut bringen lassen.
Der Konflikt ist geografisch erklärt: In Südeuropa bringt die Sommerzeit abends mehr Tageslicht für Außengastronomie und Tourismus, in Nordeuropa macht sie die Wintermorgen spät und dunkel.
Warum Deutschland keine Führungsrolle übernimmt
- In Deutschland fordern der Bundesrat und viele Abgeordnete seit Langem ein Ende der Umstellung.
- Die Bundesregierung hält sich im Rat jedoch zurück und wartet auf eine europäische Linie, statt selbst eine Mehrheit zu organisieren.
Was das bedeutet: Die Blockade ist keine technische, sondern eine politische. Solange große Mitgliedstaaten keine klare Position beziehen, hat der Rat wenig Anlass, sich zu bewegen.
Die Reform ist nicht am Parlament gescheitert, sondern an den Regierungen. Die EU-Kommission hat geliefert, der Rat blockiert – seit sechs Jahren.
Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Die kurze Antwort: nicht in absehbarer Zeit. Die Umstellung am 29. März 2026 ist beschlossen – und die von der EU-Kommission veröffentlichten Sommerzeit-Termine reichen bis einschließlich 2031.
Aktueller Zeitplan auf EU-Ebene
- Der Vorschlag der EU-Kommission stammt aus September 2018; die Abschaffung sollte ursprünglich wenige Jahre später folgen.
- Das Europäische Parlament stimmte 2019 dafür, die Umstellung ab 2021 zu beenden – der Rat stimmte nie zu.
Nach dem Votum des Parlaments passierte auf EU-Ebene jahrelang nichts. Neue Anläufe gab es 2024 und 2025, ein Beschluss steht weiterhin aus.
Mögliche Termine 2026 und 2027
- Selbst bei einer sofortigen Einigung im Rat wäre eine Umsetzung frühestens 2026 oder 2027 möglich, weil die Mitgliedstaaten ihre nationalen Regelungen anpassen müssten.
- Einzelne Berichte nennen 2028 als frühesten möglichen Zeitpunkt für eine tatsächliche Umsetzung (MDR (Wissenschaftsredaktion)).
Was bedeutet die Blockade für Verbraucher?
- Für Verbraucher ändert sich 2026 nichts: Die Uhren werden wie gehabt umgestellt (muenchen.de (Stadtportal)).
- Wer Termine, Schlafrhythmen oder Reisen plant, sollte sich weiterhin auf den Wechsel im Frühjahr und im Herbst einstellen.
Die Abschaffung ist politisch gewollt, aber institutionell blockiert. Für Verbraucher heißt das: Planen, als ob die Umstellung weitergilt.
Am 29. März 2026 werden die Uhren umgestellt. Wer langfristig plant, sollte bis auf Weiteres von der Zeitumstellung ausgehen – die EU-Kommission rechnet selbst bis 2031 mit der Sommerzeit.
Welche Länder sind gegen die Abschaffung der Zeitumstellung?
Die Frontlinie verläuft nicht zwischen Brüssel und den Hauptstädten, sondern zwischen Nord- und Südeuropa. Die Mitgliedstaaten können sich bislang nicht darauf einigen, ob dauerhaft Sommerzeit oder Normalzeit gelten soll.
Übersicht der ablehnenden EU-Staaten
- Als Gegner einer Abschaffung gelten unter anderem Griechenland, Portugal, Irland, Bulgarien, Rumänien, Estland und teils Polen (BR24 (Nachrichtenredaktion)).
- Sie bevorzugen mehrheitlich eine dauerhafte Sommerzeit statt der Rückkehr zur Normalzeit.
Gründe für die Ablehnung (Geografie, Wirtschaft, Tourismus)
- Südeuropäische Staaten fürchten Nachteile für Tourismus und Landwirtschaft, wenn es im Sommer abends früher dunkel würde.
- Wer die Debatte verfolgt, stößt immer wieder auf die Sorge vor einem Flickenteppich: Wählen Nachbarländer unterschiedliche dauerhafte Zeiten, entstehen grenzüberschreitende Zeitunterschiede.
Länder, die bereits ohne Zeitumstellung leben
- Weltweit verzichten Island, Russland, Belarus, die Türkei und Ägypten auf die Umstellung.
- Innerhalb der EU stellt dagegen jedes Land weiter um – es gibt keine Ausnahme.
Der Blick in andere Regionen zeigt: Ein Leben ohne Zeitumstellung ist möglich. Dass die EU daran scheitert, liegt nicht an der Technik, sondern am politischen Ausgleich zwischen Nord und Süd.
Warum wird die Sommerzeit nicht endlich abgeschafft?
Die öffentliche Unterstützung für ein Ende ist groß. In der EU-Befragung von 2018 sprachen sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung aus. Trotzdem passiert nichts – weil die Mitgliedstaaten sich nicht über die Nachfolge einigen können.
Die wichtigsten Argumente der Befürworter einer Abschaffung
- Kritiker verweisen auf Schlafstörungen, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und mehr Unfälle in den Tagen nach der Umstellung (Wikipedia (Zeitumstellung)).
- Hinzu kommt der Alltagseffekt: Millionen Menschen brauchen nach der Umstellung Tage, bis ihr Schlafrhythmus wieder passt.
Widerstände aus Politik und Wirtschaft
- Befürworter der Sommerzeit argumentieren mit Energieeinsparungen, hellen Abenden und positiven Effekten für den Tourismus.
- Wirtschaftsverbände warnen vor Anpassungskosten in Logistik und Verkehr, falls es in Europa zu unterschiedlichen Zeiten kommt.
Gesundheitliche Aspekte: Ist die Sommerzeit ungesünder?
- Mediziner bewerten die dauerhafte Normalzeit mehrheitlich als gesünder, weil sie den natürlichen Biorhythmus weniger stört.
- Die Sommerzeit verschiebt das Tageslicht in den Abend – angenehm für die Freizeit, problematisch für den Schlaf.
Der Zielkonflikt ist klar: Die Sommerzeit ist ein Komfortgewinn für den Feierabend, die Normalzeit ein Gewinn für die Gesundheit. Solange sich die EU-Staaten nicht auf einen der beiden Wege einigen, bleibt es beim Weiterstellen.
Was wäre, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?
Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Umstellung abgeschafft wird, sondern welche Zeit danach gilt. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten die Wahl überlassen – genau diese Freiheit lähmt die Verhandlungen.
Szenario 1: Dauerhafte Sommerzeit
- Im Winter ginge die Sonne in Deutschland erst spät auf – in Berlin zeitweise erst gegen 9:15 Uhr.
- Die Abende blieben im Sommer lange hell, was Freizeit und Tourismus zugutekommt.
Szenario 2: Dauerhafte Winterzeit (Normalzeit)
- Im Sommer würde es früher dunkel, dafür stimmt der Hell-Dunkel-Rhythmus besser mit dem menschlichen Biorhythmus überein.
- Der Alltag wäre näher am natürlichen Licht – ein Vorteil vor allem für Kinder und Menschen mit festen Arbeitszeiten.
Auswirkungen auf Alltag, Wirtschaft und Gesundheit
- Logistik, Verkehr und grenzüberschreitende Dienstleistungen müssten sich auf unterschiedliche Zeitzonen einstellen, wenn Nachbarländer verschieden wählen.
- Die EU-Kommission hat die Wahl der dauerhaften Zeit den Mitgliedstaaten überlassen – und genau darüber streiten diese seit Jahren.
Der Haken: Eine Einigung auf eine dauerhafte Zeit würde das Problem der Umstellung lösen, aber ein neues schaffen – ein Europa unterschiedlicher Zeitzonen. Deshalb hält der Rat an der bestehenden Regelung fest.
Wer die Umstellung abschafft, muss sich auf die Zeit danach einigen. Sonst droht in Europa ein Flickenteppich aus Zeitzonen – mit Folgen für Bahnverkehr, Flugpläne und grenzüberschreitende Arbeit.
Die Entscheidung über die dauerhafte Zeit bleibt der zentrale Stolperstein.
Chronologie: Sechs Jahre Stillstand
- Die EU-Kommission schlägt vor, die Zeitumstellung abzuschaffen.
- Das Europäische Parlament stimmt für ein Ende der Umstellung ab 2021.
- Der Rat der EU findet keinen gemeinsamen Standpunkt – die Reform liegt auf Eis (BR24 (Nachrichtenredaktion)).
- Die Uhren werden in der gesamten EU umgestellt.
- Nach einer Einigung: Frühestens 2026 oder 2027 möglich – einzelne Berichte nennen 2028.
Die Chronologie zeigt: Der politische Prozess ist komplett, nur die Entscheidung fehlt. Seit sechs Jahren wartet die Reform auf einen Standpunkt des Rates.
Was sicher ist – und was nicht
Bestätigte Fakten
- Die EU-Kommission hat 2018 einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung vorgelegt.
- 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer der EU-Befragung sprachen sich für ein Ende der Zeitumstellung aus (tz.de (Verbraucherredaktion)).
- Das Europäische Parlament stimmte 2019 für die Abschaffung.
- Der Rat der EU hat sich seit Jahren nicht auf einen gemeinsamen Standpunkt geeinigt.
Was unklar ist
- Ob und wann der Rat der EU zustimmen wird.
- Ob dauerhaft Sommerzeit oder Normalzeit gelten soll.
- Ob 2028 als Einführungstermin realistisch ist.
- Ob Deutschland seine Haltung im Rat aufgibt.
- Ob einzelne Mitgliedstaaten wie Griechenland oder Portugal ihre Position überdenken.
Die Liste macht eines deutlich: Die Fakten sind bekannt, die Entscheidungsgrundlage ist komplett – offen ist allein der politische Wille.
Stimmen zur Zeitumstellung
Zwei Einschätzungen zeigen, warum die Debatte so festgefahren ist.
„Die Zeitumstellung ist ein Relikt der Vergangenheit, das die Menschen verwirrt und die Gesundheit belastet.”
EU-Kommission (Vertretung in Deutschland) – Violeta Bulc, EU-Verkehrskommissarin (2018)
Das Problem ist nicht der fehlende Wille, sondern die Einigung der EU-Staaten auf eine dauerhafte Zeit.
Fazit
Die Zeitumstellung ist 2026 nicht abgeschafft – und ein Ende ist nicht in Sicht, solange der Rat keinen gemeinsamen Standpunkt findet. Für Verbraucher in Deutschland heißt das: weiter zweimal im Jahr die Uhr umstellen, oder den politischen Druck erhöhen, damit die Blockade endlich aufgelöst wird.
data.consilium.europa.eu, merkur.de, newstime.joyn.de, br.de
Häufig gestellte Fragen
Ist die Zeitumstellung in der EU gesetzlich vorgeschrieben?
Ja. Die EU-Richtlinie 2000/84/EG regelt die Sommerzeit in allen Mitgliedstaaten (Wikipedia (Zeitumstellung)). Die nächste Umstellung ist am 29. März 2026.
Welche EU-Länder haben die Zeitumstellung bereits abgeschafft?
Keines. Alle 27 Mitgliedstaaten stellen die Uhren weiter um. Außerhalb der EU haben Länder wie Island, Russland, Belarus, die Türkei und Ägypten die Zeitumstellung abgeschafft.
Was ist der Unterschied zwischen Sommerzeit und Winterzeit?
Im Frühjahr wird die Uhr eine Stunde vorgestellt, damit es abends länger hell bleibt (Sommerzeit); im Herbst wird sie wieder zurückgestellt. Die Winterzeit ist die Normalzeit, die geografisch besser zur Sonnenzeit passt.
Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf die Gesundheit aus?
Kritiker verweisen auf Schlafstörungen, ein erhöhtes Herzinfarktrisiko und mehr Unfälle in den Tagen nach der Umstellung. Gesundheitsexperten bevorzugen mehrheitlich die dauerhafte Normalzeit.
Kann Deutschland allein die Zeitumstellung abschaffen?
Nein. Die Zeitumstellung ist EU-weit geregelt. Deutschland kann nur gemeinsam mit den anderen Mitgliedstaaten im Rat eine Änderung beschließen – solange dort keine Einigung zustande kommt, bleibt die Umstellung bestehen.